Castagna e porcini

Mitten im Nirgendwo und doch nicht wirklich weit von der liturgischen Küste entfernt. Steile Hänge rechts und links. Ein winziges Bergdorf, indem es weder eine Bar noch irgendeinen anderen Ort gibt, an dem man etwas kaufen könnte. Und doch sagt Google, dass hier ein Campingplatz sein soll. Der erstmal gefunden sein will über unscheinbare Schotterwege

Still ist es hier, mal abgesehen von den lebendigen Rasenmähern

und den Uhus und Käuzchen in der Nacht.

Ein Berg will auch erwandert werden. Drei Stunden aufwärts durch Kastanien und Buchenurwald über steile Schotterwege

Hier und da riecht es verräterisch lecker nach dem Gold des hiesigen Waldes

Die Steinpilze aus dieser Gegend sind die einzigen, die sogar ein DOC-Siegel tragen. Sammeln verboten, außer in bestimmten Bereichen und nur mit gekaufter Genehmigung.

Was wohl die zahlreichen, den Wald durchstreifenden (und uns misstrauisch beäugenden) Italiener in ihren Körben herumgetragen haben???

Also brav weitermarschiert und den Gipfel gesucht, der tatsächlich etwas Aussicht für uns bereit hatte

Feigen vom Baum und Brombeertrauben gab’s auch

und ein wenig Abendstimmung

Durchs platte Land

– in der Po-Ebene gibt es wirklich nicht allzuviel zu sehen, außer plattem, landwirtschaftlich geprägten Land. Tatsächlich wird rund um Parma ein Haufen leckeres Zeug produziert, wie der Parmaschinken, Parmesan, Barilla-Nudeln und die allgegenwärtigen Tomatenprodukte von Parmalat. Könnte also ein kulinarisches Highlight sein ,wenn es mir nicht in Parma selbst zu voll und trubelig gewesen wäre

Wir landen dann unweit von Parma in einem Agriturismo, das nett aber auch von Coronazeiten gezeichnet ist, weshalb wir uns dort selbst versorgen

(mit Parmaschinken und Parmesan natürlich)

Die Moskitos hatten übrigens ihre eigene Vorstellung davon, wer ein kulinarisches Highlight ist…

Trödeln im Apfel-Land

Unser Winter ist gerettet, die Apfelplantagen biegen sich vor Fülle, die Erntkisten stapeln sich auf den Feldern und den Traktoren.

Wir gondeln mit Fahrrädern nochmal gemütlich um die zwei Seen

gehen nochmal ausdauernd schwimmen und geniessen eine leckere Pizza bevor es Richtung Parma geht

Wie geht das, ‚im Urlaub ankommen‘?

Irgendwie fällt es schwer, anzukommen im Urlaubsmodus…

Es findet sich kein Ankommen, die Ruhe und Gelassenheit will sich nicht einstellen, kleine Unglücke reihen sich aneinander. Nichts wirklich dramatisches, aber es fühlt sich auch nicht richtig an.

Dann der Platz am See versöhnt

Auch wenn der Lieblingsohrring verloren geht. Dafür hilft gefühlt der halbe Campingplatz mit allen verfügbaren Taschenlampen bei der Suche – so nett!!!

Am Morgen dann ein ausgiebiges Wasserplanschen mit grandiosen Panorama

Die 2,5 Stunden Wanderung auf den Hausberg gerät dank Mister ‚ichkenndaneabkürzung‘ zu einer 4 Stundenrunde – zugegebenermaßen war es eine sehr Schöne!

Am linken Seeufer des linken Sees steht übrigens unser Zelt

Am Abend dann nochmal ein Blick zurück zum Gipfel

Durch den schwarzen Wald zum schwäbischen Meer

Urlaub 2020, das wirkt irreal und irgendwie ungehörig. Der Start ist denn auch zögerlich und holprig

Das große Suchen und Räumen wird sich noch einstellen.

Im schwarzen Wald betuliche Spiessigkeit, während der Bodensee aus der Ferne sich maritim-gelassen präsentiert. Vor der hektischen, trubeligen Betriebsamkeit und den überfüllten Campingplätzen am Ufer hilft dann doch nur die Flucht landeinwärts ins beschauliche Markdorf.

Hier findet sich auch noch ein uriges Plätzchen mit See- und Bergblick

Walsertal: krönender Abschluss

Die aussichtsreichste Etappe steht uns bevor. Dass das stetige Auf und Ab der knapp 18 km und ca 1200 Höhenmeter (rauf und runter) uns am Ende an die Reseven gehen wird, lassen wir mal aussen vor. Dafür entschädigen uns traumhafte Ausblicke.

Hier geht’s los

dann da rauf

und hier wieder runter

nochmals stramm aufwärts

zum Gipfelglück

Der kniequälenden Abstieg zur letzten Alpe

und die letzte nervige Aufstiegsstunde wird wieder gut gemacht

mit der Aussichtsloge der letzten Hütte

Draußen sitzen und Berge gucken bis das letzte Licht weg ist

und tschüss….. bis zum nächsten Mal

Walsertal: gemeinsam sind wir stark

Am Frühstückstisch setzen sich die Diskussionen vom Vorabend nahtlos fort: sollen wir den Übergang wagen, trotz Skepsis des Hüttenwirtes?

Vor der Hütte fällt die Entscheidung und wir machen uns zu acht, mit tatkräftiger Unterstützung der Sonne, auf den Weg

Und der Schnee macht sich tatsächlich vom Acker (auch wenn er haufenweise Schlamm hinterlässt)

Sogar das Kamindl ist schneefrei,

aber oben auf dem Plateau sind wir froh, dass nur noch Reste übrig sind