Unwetter allerorten

Unwetter machen auch vor Neuseeland nicht halt. Unten auf der Südinsel haben wir vor allem viel Regen und den einen oder anderen kleinen Felssturz auf der Straße gesehen, von dem schlimmen Unglück mit mehreren Toten in der Bay of Plenty haben wir erst später gehört – diese Unwetter häufen sich nun auch in Neuseeland und der Wetterbericht erwähnt häufig, dass die Vorhersagen nicht mehr wirklich verlässlich sind.

Wir haben diesmal Glück. Auf der Fahrt Richtung Fähre beruhigt sich das Wetter allmählich, sodass wir einen trockenen Zwischenstopp in Kaikoura einlegen können.

Das Meer ist allerdings noch ganz schön wild.

Weiter Richtung Picton wird es dann sogar richtig schön und wir haben einen netten Abendspaziergang dort.

Und auch die Überfahrt ist deutlich entspannter was die Menge an Fahrgästen angeht und kann auch wieder komplett an Deck verbracht werden.

Inzwischen sind wir wieder in Napier, sortieren unser Gepäck, genießen nochmals Familie und bereiten uns langsam auf die Heimreise vor.

Ich hoffe, es hat Euch Spaß gemacht mit uns zu reisen. Wir sehen uns im winterlichen Deutschland!

Quadratisch, praktisch, hässlich?

Jetzt also wieder Christchurch – von der Aufbruchstimmung nach den Erdbeben können wir nicht mehr viel finden. Stattdessen (für meinen Geschmack) wahllos zusammengestückelte, gesichtslose Neubauten, dazu unzählige, gleichförmige Reihenhausviertel, die fast vollständig an Touristen vermietet werden. Eines davon bewohnen wir; und zugegeben, es ist bequem, großzügig und zentral gelegen, noch dazu direkt am botanischen Garten. Also wollen wir mal nicht zu viel meckern. Aber wirklich fotogen ist mehr die Straßenkunst, sagt zumindest die Fotogalerie meines Handys 🙃.

Und da wir inzwischen geübt sind, den hiesigen Wetterbericht zu lesen, nutzen wir die zwei schönen Tage für Ausflüge ans Meer und auf die Banks Peninsula.

Ein Stadtstrand, der selbst in der Hauptsaison so leer ist, dazu genügend Platz für des Neuseeländers Lieblingsbeschäftigung:

Und Strandkunst gibt es auch.

Lyttelton, das nette Hafenstädtchen lädt ein zu einer kurzen Bootstour ans Ufer gegenüber.

Und die tägliche Kaffee/Lunch-Pause ist inzwischen ein fest installiertes Ritual. Soviel Kuchen habe ich schon lange nicht mehr gegessen.

Auf der landschaftlich wunderschönen Banks-Peninsula mit dem französisch angehauchten Akaora kann man locker einen ganzen Tag vertrödeln. Leider hatte der Fishermans Bay Garden nicht geöffnet. Als privat geführter botanischer Garten hat er nur auf Anmeldung und nur ein paar Tage die Woche geöffnet. Dann muss ich mich wohl weiter mit den Bildern auf Instagram begnügen.

Der letzte (Regen-)Tag in Christchurch gehörte dann den dortigen Museen. Die sind in Neuseeland übrigens alle kostenlos.

Morgen geht’s dann schon auf den Heimweg. Hoffentlich ist das tropische Tiefdruckgebiet mit den Regenmassen dann weiter gezogen.

Über die hohen Berge

Wir nehmen Abschied von Hokitika und der Westcoast und werfen noch einen letzten Blick auf die Gletscher, bevor wir uns Richtung Arthur’s Pass aufmachen.

Wir überqueren hier immerhin die Alpen der Südinsel, der Pass selber wirkt aber kaum wie ein Hochgebirgspass. Stattdessen folgt die Straße – wunder schön! – einem breiten Flusstal den Berg hinauf, das aussieht wie von einem riesigen Gletscher geformt. Ich fühle mich ein wenig wie in Schwedens Norden.

Auf dem Weg abwärts wird die Landschaft steiniger und Karstgebilde türmen sich links und rechts der Straße auf. Die Castle Rocks liegen quasi direkt neben der Straße und sind bei Boulderfreunden, vorbei fahrenden Touristen und Foto-Shootings gleichermaßen beliebt.

Was von der Straße aus ziemlich unscheinbar aussieht, entpuppt sich als durchaus beeindruckender Abenteuerspielplatz.

So erkundet eine ziemlich bunte Mischung aus asiatischen Touristenhorden, Hobbyfotografen, ‚Hochzeitspaaren‘, Fantasyfiguren, kinderreichen Familien und mit Crashpads bewaffneten Kletterern diese beeindruckenden Felsentürme.

Uns hat es auf jeden Fall Spaß gemacht und war ein netter Zwischenhalt auf dem Weg nach Christchurch.

Westcoastfeeling

Da wir vorhaben, über den Arthurs-Pass die Alpen der Südinsel zu überqueren, heisst es -im strömenden Regen – nochmal einen Schlenker nach Osten zu nehmen um dann an die Westcoast zu queren, einmal ein Flußbett hinauf, dann die Buller-Gorge hinunter bis nach Westport. Das Städtchen und auch unsere Unterkunft sind nicht wirklich einer Erwähnung wert.

Sehr nett war allerdings der Abstecher zum Cape Foulwind an dem eine Seebärenkolonie ihr Zuhause hat. Die quirligen Seebärenbabys und ihre mehr oder weniger besorgten Mütter zu beobachten hat viel Freude gemacht. Allerdings waren sie so weit weg und so gut getarnt, dass es auch hiervon keine Fotos gibt.

Am nächsten Tag geht’s Richtung Süden, mit obligatorischen Halten an unzähligen Lookouts und natürlich den Pancake-Rocks. Nicht so spektakulär wie beim letzten Mal vor acht Jahren, dafür mit blauem Himmel.

Unsere letzte Station an der Westcoast war Hokitika, wo wir die Kiwis besucht und Meer und Strandkunst bewundert haben.

Daniel hat sogar nochmal die Badehose rausgeholt 🙃

Warning: Heavy rain

Das Wetter in Neuseeland kann auch garstig sein und diese Warnung im Wetterbericht hat sich in den letzten Tagen bewahrheitet: Unmengen an Wasser vom Himmel über mehrere Stunden, dazu Wind von allen Seiten – ein Wetter zum im Haus verkriechen, Bücher schmökern und Karten spielen. Und Fotos entstehen dabei eher nicht

Gott sei Dank gab es dann immer wieder mal plötzliche, unberechenbare Aufheiterungen, die wir für kleinere Ausflüge genutzt haben. Etwa zu den Waikoropupu-Springs, die bei Sonnenschein dann doch intensiver leuchten und schillern als unter den aktuellen Wetterbedingungen..

Aus den Quellen sprudeln pro Sekunde unglaubliche 21 Kubikmeter Wasser und dieses gehört zu den klarsten der Welt  Der Wasserspiegel hebt und senkt sich mit den Gezeiten, obwohl die Quelle 50 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Für die Maori ist dies ein heiliger Ort und das Wasser darf nicht berührt werden.

Nett war auch der Ausflug ins Felsenlabyrinth.

Für die Kinder sind überall kleine Spielzeugfiguren versteckt und auch als Erwachsener macht es Spaß, die Gegend zu erkunden.

Und zuletzt: Strand geht immer:

Und ein letzter versöhnlicher Blick auf unser Zuhause die letzten Tage auch

Wharariki Beach

Seid ihr schonmal hier gewesen? Nein? Aber bekannt kommt es Euch vor?

Vielleicht aus dieser Perspektive?

Oder so? (Kleiner Tipp: fahrt mal Euren Rechner hoch)

Der Strand ist wirklich wunderschön und bei Ebbe gibt es viel zu erkunden. Da kann man schon mal ein paar Stunden vertrödeln.

Trotz Hochsaison ist es erfreulich ruhig hier und Gedränge gibt es bei den Dimensionen sowieso nicht. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Strand erlaufen werden will.

Und zum Abschluss nochmal die (fast) ‚richtige‘ Perspektive:

Zur goldenen Küste

Wir machen uns auf den Weg Richtung Nordwesten der Südinsel, vorbei an den Marlborough Sounds und der Tasman Bay, der sonnigsten Gegend der Südinsel.

Die Golden Bay ruft, im Nordwesten der Südinsel gelegen, sind wir noch am nordwestlichsten Ende gelandet, nur noch ein paar Kilometer und dann hört die Straße auf (am angeblich schönsten Strand der Welt – aber dazu gibt’s einen extra Beitrag).

Hier werden wir vier Nächte bleiben in einem kleinen Häuschen, das Meer nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt.

Ein Strand für lange Spaziergänge mit den üblichen Federvieh,

Unmengen an Muscheln und Schnecken, Treibholz und was das Herz sonst noch begehrt.

Daniel und ich sind am ersten Abend gefühlte Stunden in der Dämmerung am Strand entlang gewandert auf der Suche nach den little blue penguins, die hier ihrem Brutgeschäft nachgehen. Erst später habe ich gelesen, dass sie erst im neuseeländischen Herbst ankommen, also ab April – schade aber auch.

Was wir noch nicht wissen ist, dass es zwei der drei Tage hier aus Kübeln regnen wird – aber auch das ist Neuseeland und gehört irgendwie dazu.

Überfahrt mit Hindernissen

Doch, wir haben es rechtzeitig ans Terminal geschafft und unser Auto in der Fähre verstaut.

Die Fähre erkundet und die Sitzplätze gesucht, an denen der recht lebhafte Wind sich in Grenzen gehalten hat. Drinnen war es einfach zu voll und alle Plätze belegt.

Alle Lastwagen, Wohnmobile, Autos waren in  logistischer Meisterarbeit verstaut und es hätte losgehen können, aber…

Nach einer Stunde die erste Meldung, dass noch etwas mit der Hafenbehörde zu klären sei, es aber gleich losgehen werde. Nach einer weiteren halben Stunde dann die Mitteilung, dass die Fähre versehentlich überbucht ist und sich 64 Personen zu viel an Bord befinden – und bis sich dann 64 Personen gefunden haben, die dann mitsamt ihren Autos! die Fähre verlassen haben, waren dann mal vier Stunden Wartezeit herum.

Aber dann durften wir los,

über die Cook-Street, die so stürmisch war, dass wir doch nach drinnen mussten (auf dem Boden sitzen geht auch).

Die Fahrt durch den Queen-Charlotte-Sound schön wie immer.

Um 20:54 Uhr konnten wir endlich das Schiff verlassen und haben um 20:59 Uhr den Lebensmittelladen gestürmt, uns noch mit Essbarem eingedeckt und unser Appartement bezogen. Jetzt freuen wir uns auf die Südinsel 🙃

Südwärts

Grüne und septembergelbe Hügel, Schafe und Kühe, ab und an ein Farmhaus – auch das ist Neuseeland auf dem Weg in den Süden – wenig spektakulär

Ab und an eine kleine Ansiedlung mit einer Tankstelle und ein paar Stores, auch hier ist der Haupterwerb allgegenwärtig

Der Abstecher zum Castle Point fiel aufgrund des heftigen Windes sehr kurz aus. Daniel und Martin haben sich tapfer bis zum Leuchtturm hochgekämpft, ich habe vergeblich irgendwo vor dem Sand Deckung gesucht. Die Betonung liegt auf vergeblich.

Dafür sind wir abends an einem sehr speziellen Ort gelandet, ganz im Süden am Lake Onoke mit Blick auf die wolkenverhangenen Rinutaka Range und die Südinsel; ein wilder Strand gleich um die Ecke.

Unsere Unterkunft war sehr basic, aber die fish’n chips waren großartig und einen Sonnenuntergang vom Bett aus gab’s gratis dazu

Ein paar Tage ‚in Familie‘

Wir haben ein paar Tage in Napier vertrödelt,

im wunderschönen Haus von Andrea, Daniels Schwester.

Kochen, Quatschen, eine schnelle Morgenrunde laufen übern Berg und zurück,

mal kurz im Meer schwimmen gehen oder einen ganzen Tag am Strand verbringen.

Mit den Geschwistern auf der Terrasse unter dem Sternenhimmel Erinerungen teilen oder mit der weiteren Verwandtschaft im Garten des Strandcafes zum Lunch treffen…

Kleine feine Unternehmungen und vor allem: geteilte Zeit