Wir haben lange diskutiert, Möglichkeiten abgewogen, Reiserouten geplant und wieder verworfen und dann eine Entscheidung getroffen – da unser Rückflug jetzt steht und eine Reise in den Süden von Laos nicht ‚mal eben schnell‘ zu bewältigen wäre, werden wir uns in kleinen Etappen Richtung Westen nach Nord-Thailand durchschlagen, um dann rechtzeitig in Bangkok zu sein für den Rückflug.
Also heisst es wieder rumpelige, kurvige Stunden durchs bergige Hochland in einem altersschwachen Minivan Richtung Luang Namtha.


Luang Namtha ist ein kleines, nichtssagendes Städtchen, das sich seinen touristischen Ruf vor allem über ökologisch und sozial orientierte Mehrtagestouren im angrenzenden Nationalpark erworben hat. Trekking, Übernachtung im Urwald oder in Bergdörfern, Kayakfahren etc, geboten ist eine Menge. Das Meiste allerdings als Mehrtagestouren, weshalb wir uns entschließen, mit Fahrrädern die Umgebung zu erkunden – ein fruchtbares Tal, in dem vorwiegend Reis angebaut wird.


Die Reisernte ist gerade im vollem Gange, sodass sich jeder, der stehen und gehen kann auf den Feldern einfindet und mit hilft. Wie viele Arbeitsschritte das sind: erst werden die noch grünen Reispflanzen von Hand abgeschnitten, dann zum Trocknen auf den verbliebenen Stengeln ausgelegt. Wenn die Halme durchgetrocknet sind, werden sie eingesammelt und mit kleinen Maschinen gedroschen. Dann nach Haus transportiert, auf Planen getrocknet

und immer wieder von der Spreu befreit, bis der Reis endlich eingelagert werden kann.
Eigentlich wollte ich Euch davon ein paar Fotos zeigen, habe aber festgestellt, dass ich diese alle mit der Kamera gemacht habe. Also nur ein paar Eindrücke von unseren Zwischenstopps auf der Tour.


So ein Pausenstopp an einem kleinen Lädchen mitten im Dorf ist immer wieder spannend. Erst ungläubig bestaunt scheint man nach einer gewissen Zeit irgendwie unsichtbar zu werden und mit der Umgebung zu verschmelzen – und dann findet rundum wieder das normale Leben statt. Die Reisbauern, die sich mit Essen versorgen, die Ladeninhaberin, die knallhart mit dem Lieferanten der Bananenblüten verhandelt, das kleine Mädchen, dass dem Papa ein Eis abtrotzt und was sonst noch alles zum Alltag gehört.
Auf dem Weg liegt noch eine goldene Stupa am Ende einer langen Nagatreppe.



Was die Mönche ohne Ihre Roben im Gebüsch gemacht haben, konnten wir nicht herausfinden.
Das Geistertor und die rituelle Geisterschaukel im Akha-Dorf haben wir vergeblich gesucht, haben das Dorf auch sehr schnell wieder verlassen, weil wir uns ein wenig wie ungebetene Eindringlinge in fremden Wohnzimmern fühlten. Abends gab es dafür noch einmal schöne Abendstimmung vom Hotelzimmer aus.

Am nächsten Tag sind wir dann schon weiter, wieder anstrengende Stunden im Bus,



bis wir Houayxay, die nördlichste Grenzstadt an der Grenze zu Thailand erreicht haben, am Ufer des Mekong, der hier auch die Grenze bildet.





Uns bleiben noch eineinhalb Tage Zeit um die letzen Eindrücke von Laos mitzunehmen und die 300000 verbliebenen laotischen Kip auf den Kopf zu hauen – die sind im Ausland nämlich so wenig wert, dass keiner sie umtauschen will – umgerechnet etwa 15 Euro. Vorbei die Zeit, als wir mal eben Millionenbeträge am Geldautomaten gezogen haben.