Laos: … unterwegs mit den Öffis

Wie in jedem Land, das eine touristische Infrastruktur hat, gibt es die Möglichkeit, sich gut behütet von einem Hotspot zum nächsten zu bewegen, alles innerhalb der Touristen-Blase. In Laos mischt sich dies, mangels Infrastruktur noch häufig mit den landläufigen Transportmitteln und in den weniger frequentierten Gegenden sowieso.

Auf unserem Weg weiter in den Norden nutzen wir deshalb eines der Slowboote den Mekong flußaufwärts.

Große Kähne mit laut knatternden und stinkenden Motoren. Zwischenzeitlich nicht mehr mit unbequemen Holzbänken ausgestattet, sondern mit uralten ausgemusterten Auto-Sitzbänken (fragt nicht, wie die aussehen!), die ohne jegliche Befestigung im Innern aufgestellt sind. Geübte Mitfahrer stellen sich diese dann zu privaten Liegeflächen zusammen.

Gleichermaßen beliebt bei Touristen und Einheimischen findet sich dann eine bunte Mischung auf dem Boot zusammen, manchmal auch ein paar Ziegen auf dem Dach.

Passagiere beobachten

und Flußufer gucken in Slowmotion ist die nächsten Stunden angesagt.

Während wir Touristen die acht Stunden bis zum Zwischenstopp in Pakbeng ausharren, steigen die Einheimischen munter zwischendrin ein und aus, in Dörfern am Ufer, die bis heute zum Teil keine Straßenanbindung haben.

Es gibt zwar eine Menge zu sehen,

aber abends sind wir dann doch froh, von Bord gehen zu dürfen und nicht noch einen zweiten Tag gebucht zu haben.

Für uns geht es nach einer eher unkomfortablen Nacht am nächsten Tag auf der Straße Richtung Norden weiter.

Konkrete Informationen zu erhalten ist nicht immer einfach, aber eine Abfahrtzeit des Busses in unsere gewünschten Richtung lässt sich herausfinden. Also zunächst mit einem Tuktuk ( hier sind das kleinere Pickups mit jeweils zwei Bänken auf der Ladepritsche)

erstmal Richtung Busbahnhof. Diese liegen meist weit außerhalb der Ortschaften, da gibt es auch für die Tuktukfahrer noch was zu verdienen.

Tatsächlich gibt es einen Bus = Minivan, der zumindest ein Teilstück in unsere Richtung fährt, und in dem wir noch einen Sitzplatz finden. Was keineswegs selbstverständlich ist, wie sich die nächsten Stunden herausstellt, als mehr und mehr Passagiere zusteigen. Zunächst werden die Rucksäcke der beiden Touristen aufs Dach befördert (ähm, peinlich), dann alle Lücken mit Hockern gefüllt.

Und weil dann immer noch mehr Menschen zusteigen wollen, werden halt noch ein paar mehr Menschen pro Sitzreihe dazwischen gequetscht.

Die Polizeikontrollen, in die wir geraten sind, hat das nicht interessiert, die wollten nur die Pässe der chinesischen Passagiere sehen…

Und als wäre das nicht exotisch genug, hatte es unser Fahrer auch noch ganz schön eilig – und das bei einer Schlaglochpiste vom Feinsten. Fünf Stunden Fahrt können ganz schön lange sein.

Dafür lief am Umsteige-Bahnhof alles ganz unkompliziert, unerwarteter Weise gab es einen Anschluss-‚Bus‘ und der war auch nicht so vollgestopft.

Dafür mit lautstarker musikalischer Untermalung und Geruchssensationen, auf die wir gerne verzichtet hätten. Aber die Fahrt durch die Berge und auf dem Bergkamm entlang war wirklich wunderbar.

Auch wenn wir das nach acht Stunden nicht mehr so wirklich genießen konnten.

Aber angekommen sind wir immerhin, genau da, wo wir hinwollten!

Laos: must see

Laos hat, was die Verkehrs-Infrastruktur angeht, noch einiges aufzuholen.

Aus diesem Grund sind die meisten Reisenden – von den mutigen Zweiradfahrern einmal abgesehen – mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Das heißt aber auch, daß der Besuch besonderer Highlights in irgendeiner Form gebucht werden muss – und man ziemlich sicher nicht alleine ist…

In der Umgebung von Luang Prabang ist das der Kuang si Wasserfall. Und der ist wirklich hübsch.

Mit einem bequemen und relativ neuen Minivan ( wir haben auch andere Exemplare ausprobiert) geht es 30 Kilometer außerhalb der Stadt und schon der erste Halt bietet einen Picknickplatz/Restaurant, das wirklich schöner kaum sein könnte.

Weiter oben dann, nach den unvermeidlichen Büdchen und Freß-Ständchen und ein paar Minuten Fußweg dann dieses Panorama:

Ok, diese Kulisse gibt es auch:

und von den Selfie-Jägern wird man dann auch mal rüde beiseite geschubst.

Dafür kann man ein paar hundert Meter weiter unten in den wunderschönen Sinterterrassen tatsächlich baden gehen.

Trotz vieler vieler Mitstreiter war es ein netter Ausflug, und sicher hätten wir auch noch ein paar Stunden länger dort verweilt, wenn wir gewusst hätten, wie schön es dort ist.

Laos: Essen geht immer

Es ist ja klar, dass diesem Thema – der Familientradition gemäß – ein eigener Blogbeitrag gewidmet ist. Essen ist hier aber wirklich omnipräsent. Seien es die Büdchen in jedem zweiten Haus, die allerart Süsskram, Chips, Crackers, Instantnudelsuppen, Limo und Beerlao verkaufen.

Oder die Märkte und Straßenständchen, an denen die eigenen Erzeugnisse verkauft werden. Und manchmal auch andere seltsame Sachen.

Und dann die Grillstuben und fahrenden Küchen und in geballter Form die Nightmarkets,

Streetfood allerorten. Wer hier nicht satt und glücklich wird – selbst als Vegetarier gibt es genügend Optionen, auch wenn manchmal ein wenig Eigeninitiative gefragt ist.

Sogar richtig guten Kaffee kann man finden – allerdings vorrangig in den touristischen Zentren. Sonst gibt’s eher pappesüße Instantplörre.

Vertiefend haben wir uns eine Cooking-Class gegönnt. In netter Runde und traumhafter Umgebung gab es nach einem Marktbesuch eine Einführung in die Kräuterkunde der laotischen Küche:

Wir haben uns an sechs Gerichten versucht:

Jeow, eine Art Dip aus gegrillten Auberginen oder Tomaten der mit Klebreis gegessen wird

Mok Pa, mit Kräutern marinierter Fisch im Bananenblatt

Stuffed Lemongrass, gefülltes! Lemongras.

Das war ganz schön tricky in der ‚Produktion‘, aber das Endergebnis sah dann doch ganz ansprechend aus

Laap, eine Art Fleischsalat, von dem es kein Foto gibt – der hat Daniel nicht geschmeckt. Meine Tofuvariante war ganz ok.

und ein Milchreis aus braunem Reis und Kokosmilch

Naa, habt ihr schon Hunger bekommen??

Laos: in die Königsstadt

Chinesische Großprojekte machen auch vor Laos nicht Halt. Teile der geplanten Zugstrecke von China nach Bangkok sind bereits fertiggestellt. Wir wollen uns den ‚Luxus‘ gönnen, die Strecke nach Luang Prabang in zwei Stunden -statt 6-8 Stunden im Bus – zurückzulegen.

Kurz gesagt: die Investition hat sich nicht gelohnt. Bahnhöfe weit außerhalb der Stadtzentren,

völlig unnötige Sicherheitskontrollen (mein schönes Opinel-Messer ist mal eben entsorgt worden), Gedränge und Chaos wie beim besten Billigflieger,

ungeplante Stopps auf der Strecke und viele, viele Tunnels, in denen man umständehalber wenig Aussicht hatte.

Ok, ein paar Ausblicke gab es schon

Vor dem Bahnhof dann nochmals Chaos, weil sich alle nach einem unverständlichen System in die Minivans einsortiert und wir entweder vor vollen Vans oder noch geschlossenen Türen stehen. Irgendwie klappt es aber dann doch.

Luang Prabang also, die alte Königstadt, Weltkulturerbe seit 1995 aufgrund der einzigartigen Ansammlung von französischer Kolonialarchitektur,

laotischen Stelzenhäusern und vor allem unzähligen prachtvollen Wats und Tempeln (Klöster), die großenteils noch von orange gekleideten Mönchen und Novizen bewohnt sind.

Das ganze malerisch gelegen am Zusammenfluss vom Nam Khan und Mekong.

Touristisch, quirlig, lebendig, mit den damit verbundenen Annehmlichkeiten, aber auch den Nachteilen. Der morgendliche Almosengang der Mönche etwa ist inzwischen, trotz aller Bemühungen, zu einem distanzlosen Touri-Spektakel verkommen (wir haben dankend darauf verzichtet) und die Massen an Besuchern in den Klöstern werden von den Mönchen auch zunehmend als störend empfunden. Einheimische können sich das Leben in der alten Stadt nicht mehr leisten, da mehr und mehr Gebäude zu Boutique-Hotels, Restaurants und Cafés und Andenkenläden umgewandelt werden. Das übliche Dilemma also.

Trotzdem ist es für uns ein schöner Ort mit einer guten Mischung aus kleineren Aktivitäten und entspannten Herumtrödeln.

Laos: Vientiane

Vientiane, die quirlige, aufstrebende Hauptstadt am Ufer des Mekong, in Sichtweite des modernen Thailands auf der anderen Flußseite.

Im Aufbruch und Umbruch, auf der Suche, voller Widersprüche, Tradition und Moderne

Zum Beispiel das Mekong-Ufer am Abend mit Nacht- und Foodmarket an dem es glitzert und blinkt und das Leben genossen wird.

Und dann die französische Vergangenheit

und die unzähligen Tempel und Klöster, die das Stadtbild prägen

Und allgegenwärtig die Buddhas

Wir sind gespannt, was uns Laos außerhalb dieser Hauptstadtwelt zeigt.

Thailand: on the road again

… und plötzlich ging es ganz schnell – wir hatten am Busbahnhof kaum die Türen des Taxis geöffnet, als wir und unser Gepäck aus dem Auto gezerrt und in den abfahrenden Bus gestopft wurden ( die resolute Dame hatte uns schon zwei Stunden vorher am Schalter bequatscht, als wir uns nach den Abfahrzeiten erkundigt hatten).

Hoppladihopp waren wir also auf dem Weg Richtung Norden

Nach sechs Stunden Fahrt im Überlandbus dann ein Übernachtungsstopp in Udon Thani

inklusive Tuktukfahrt und lecker thailändischem Hotpot-Essen ( eine Art Fondue)

Am nächsten Morgen dann Rätselraten, wie es mit dem Grenzübergang und dem Visum für Laos auf dem Landweg weitergeht – die Informationen im Internet sind spärlich und widersprüchlich und fragen kann man hier niemanden, weil keiner so wirklich Englisch spricht.

Irgendwie klappt dann doch alles: Tuktukfahrer und Geldwechsel organisiert, am falschen Busbahnhof doch noch einen Platz im Minivan zur Grenze ergattert.

An der Freundschaftsbrücke auf der thailändischen Seite offiziell ‚ausgereist‘;

um dann mit dem Bus den Mekong zu überqueren;

auf der anderen Flußseite an ein paar Schaltern Zettel ausfüllen, Passfoto und Dollars liegen lassen und dann ist es schon geschafft 😊.

Wir sind in Laos!

Thailand: lang-sam

Bei schwülen 34 Grad und kaum abkühlenden Temperaturen in der Nacht wird der Aktionsradius kleiner – noch dazu, wenn man sich irgendwo auf dem Land befindet und alle Wege nur motorisiert zurück gelegt werden. Selbst der Besuch im Garten, der ca 100 Meter Luftlinie entfernt liegt.

Ventilatoren und Beschallung steht überall. Und Essen natürlich

Der Tisch wurde übrigens extra für uns gekauft, damit wir nicht auf dem Boden essen müssen.

Dazwischen ein Ausflug zu einem uralten Khmer-Tempel, noch älter als Angkor What.

Es dauert ein wenig, bis klar wird, dass Mong nicht so gerne mit uns nach Laos reisen möchte ( die Standardantwort auf alle Fragen: ja).

Also machen Daniel und ich uns heute mit dem Bus auf den Weg Richtung Laos. Jetzt geht’s also wieder in den Reisemodus.

Update folgt

Thailand: Familienbesuch

Damit es auch interessant bleibt, praktizieren wir Kontrastprogramm. Wir landen im tropisch heißen Bangkok und leisten uns erst einmal eine Runde Kultur

bevor wir uns auf den Weg zu Mongs Zuhause machen

Wir landen in einer anderen Welt, voll Freude, Selbstverständlichkeit und Herzlichkeit willkommen geheißen. Trotzdem dauert es ein wenig, bis ich in dieser anderen Wirklichkeit ankomme.

Unser Gästebett

Wer hier wohnt oder normalerweise wohnt und in welchem Verwandtschaftsverhältnis zu Mong steht, welcher Hund zur Familie gehört und welcher von Nachbarn ist, wem welche Kinder zugehören – alles etwas verwirrend.

Die Kommunikation ist es gleichermaßen. Also viel fragend herumstehen und warten, was passiert 😊

Aber auch sehr entspannt und einfach, weil es nichts wirklich zu tun gibt.

Frühstück:

Instantcoffee,

Hähnchen- und Nierenspieße und Klebreis aus der Plastiktüte

was ein Glück, dass es auch Bananen und Litschis gibt

Nepal: Trödeltage

Den Umständen gezollt haben wir uns ein paar Trödeltage in Kathmandu gegönnt. Ein schönes Zimmer mit Dachterrasse

in einem ruhigen Viertel nahe der Boudha-Stupa. Hier kann ich mir das erste Mal vorstellen, dass man in Kathmandu auch leben kann. Nette Cafés und Restaurants, sei es mit oder ohne Ausblick auf die Stupa

lecker Essen und immer wieder Pausen auf der Terrasse zum regenerieren.

Kleine Ausflüge in die Umgebung, Tempel, Klöstern und Menschen gucken

und abends immer eine Runde oder zwei um die Stupa drehen.

Luftholen, bevor es weiter geht

Nepal: auffi geht’s

Wer hoch hinauf will muss leiden – oder so ähnlich.

Warum muss eigentlich alles hier so verdammt steil sein? Kaum aus dem Guesthouse gestolpert, wartet gleich mal ein schweißtreibendes warm-up auf uns, bis wir endlich den oberen Rand von Namche erreicht haben.

aber dann geht es erstmal recht harmlos weiter

mit den üblichen Begegnungen

und fotogenen Schmankerln.

Im Laufe des Tages und mit der Anzahl der Höhenmeter wird die Gruppe immer stiller und die Lust am fotografieren nimmt mehr und mehr ab. Dafür noch ein paar Kranke mehr.

Die 600 Höhenmeter die wir aufsteigen müssen, werden dann mal eben zu 900 Höhenmetern, weil unser Guide die 300 Höhenmeter Abstieg zwischendrin glatt unter den Tisch fallen gelassen hat. Das Rudel Hunde, das uns den Weg über begleitet hat, hoppelte dabei munter und entspannt das Doppelte.

In Dole bollerte dann das erste Mal der Ofen im Gastraum, noch ganz klassisch mit Holz und Yakdung. In den Zimmern wird es jetzt eisig kalt, alle Klamotten, die getragen werden sollen werden unter den Decken verstaut. Man zieht sich in unglaublichen Tempo um, verzichtet sogar auf die Katzenwäsche oder Zähneputzen, nur schnell einmummeln. Noch schlafe ich wie ein Stein, trotz der Höhe.

Und morgens dann wieder dieses Panorama.

Inzwischen bewegen wir uns über 4000 Höhenmeter, und die Landschaft wird karg. Die Etappen werden kürzer, bleiben aber durch die Höhenluft anstrengend. Ab und zu blitzen wieder ein paar neue weiße Gipfel auf.

Nach einer weiteren eisig-kalten Übernachtung in Machermo

machen wir uns auf den Weg zu unserem letzten Ziel: Gokyo auf 4800 Metern. Dort will nochmal ein Aussichtsberg bestiegen werden, von dem man eine prächtige Sicht auf Mount Everest und Co hat.

Daniel will nach einer schlechten Nacht erstmal nicht weiter, kann sich dann aber doch noch motivieren.

Es sieht so harmlos aus und das wäre es auf 2000 Metern wohl auch. Aber hier wird jeder kleinste Buckel zum Feind.

Auch heute bleibt für Fotografieren, Reden und Quatsch machen wenig Raum, sind wir doch alle mehr oder weniger damit beschäftigt, einen Schritt vor dem anderen zu gehen.

Warum tun wir uns das hier an? Das hat sich zwischendrin wohl jeder mal gefragt.

Die Antwort:

Weil es so wunderschön ist

Und dann ?

Ja dann gibt es nur noch Bilder von oben….

Mein Sauerstoffgehalt im Blut, in Kombination mit einem Infekt, hat es mir nicht erlaubt wieder herunter zu laufen, da musste dann der Helikopter herhalten. Aber keine Sorge: mir geht es gut und ich habe mich immer sicher versorgt gefühlt

Tschüss Berge – hello Kathmandu again!