Zur goldenen Küste

Wir machen uns auf den Weg Richtung Nordwesten der Südinsel, vorbei an den Marlborough Sounds und der Tasman Bay, der sonnigsten Gegend der Südinsel.

Die Golden Bay ruft, im Nordwesten der Südinsel gelegen, sind wir noch am nordwestlichsten Ende gelandet, nur noch ein paar Kilometer und dann hört die Straße auf (am angeblich schönsten Strand der Welt – aber dazu gibt’s einen extra Beitrag).

Hier werden wir vier Nächte bleiben in einem kleinen Häuschen, das Meer nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt.

Ein Strand für lange Spaziergänge mit den üblichen Federvieh,

Unmengen an Muscheln und Schnecken, Treibholz und was das Herz sonst noch begehrt.

Daniel und ich sind am ersten Abend gefühlte Stunden in der Dämmerung am Strand entlang gewandert auf der Suche nach den little blue penguins, die hier ihrem Brutgeschäft nachgehen. Erst später habe ich gelesen, dass sie erst im neuseeländischen Herbst ankommen, also ab April – schade aber auch.

Was wir noch nicht wissen ist, dass es zwei der drei Tage hier aus Kübeln regnen wird – aber auch das ist Neuseeland und gehört irgendwie dazu.

Überfahrt mit Hindernissen

Doch, wir haben es rechtzeitig ans Terminal geschafft und unser Auto in der Fähre verstaut.

Die Fähre erkundet und die Sitzplätze gesucht, an denen der recht lebhafte Wind sich in Grenzen gehalten hat. Drinnen war es einfach zu voll und alle Plätze belegt.

Alle Lastwagen, Wohnmobile, Autos waren in  logistischer Meisterarbeit verstaut und es hätte losgehen können, aber…

Nach einer Stunde die erste Meldung, dass noch etwas mit der Hafenbehörde zu klären sei, es aber gleich losgehen werde. Nach einer weiteren halben Stunde dann die Mitteilung, dass die Fähre versehentlich überbucht ist und sich 64 Personen zu viel an Bord befinden – und bis sich dann 64 Personen gefunden haben, die dann mitsamt ihren Autos! die Fähre verlassen haben, waren dann mal vier Stunden Wartezeit herum.

Aber dann durften wir los,

über die Cook-Street, die so stürmisch war, dass wir doch nach drinnen mussten (auf dem Boden sitzen geht auch).

Die Fahrt durch den Queen-Charlotte-Sound schön wie immer.

Um 20:54 Uhr konnten wir endlich das Schiff verlassen und haben um 20:59 Uhr den Lebensmittelladen gestürmt, uns noch mit Essbarem eingedeckt und unser Appartement bezogen. Jetzt freuen wir uns auf die Südinsel 🙃

Südwärts

Grüne und septembergelbe Hügel, Schafe und Kühe, ab und an ein Farmhaus – auch das ist Neuseeland auf dem Weg in den Süden – wenig spektakulär

Ab und an eine kleine Ansiedlung mit einer Tankstelle und ein paar Stores, auch hier ist der Haupterwerb allgegenwärtig

Der Abstecher zum Castle Point fiel aufgrund des heftigen Windes sehr kurz aus. Daniel und Martin haben sich tapfer bis zum Leuchtturm hochgekämpft, ich habe vergeblich irgendwo vor dem Sand Deckung gesucht. Die Betonung liegt auf vergeblich.

Dafür sind wir abends an einem sehr speziellen Ort gelandet, ganz im Süden am Lake Onoke mit Blick auf die wolkenverhangenen Rinutaka Range und die Südinsel; ein wilder Strand gleich um die Ecke.

Unsere Unterkunft war sehr basic, aber die fish’n chips waren großartig und einen Sonnenuntergang vom Bett aus gab’s gratis dazu

Ein paar Tage ‚in Familie‘

Wir haben ein paar Tage in Napier vertrödelt,

im wunderschönen Haus von Andrea, Daniels Schwester.

Kochen, Quatschen, eine schnelle Morgenrunde laufen übern Berg und zurück,

mal kurz im Meer schwimmen gehen oder einen ganzen Tag am Strand verbringen.

Mit den Geschwistern auf der Terrasse unter dem Sternenhimmel Erinerungen teilen oder mit der weiteren Verwandtschaft im Garten des Strandcafes zum Lunch treffen…

Kleine feine Unternehmungen und vor allem: geteilte Zeit

Im Vorzelt zur Hölle 🔥

Es gibt sie noch, die Plätze, an denen man ohne künstliche Adrenalinerzeugung die beindruckenden Naturwunder bestaunen kann: hier die geothermischen Felder von Orakei Korako.

Mit dem Boot über den Fluss

und dann einen Rundweg über die in unwirklichen Farben schillernden Sinter-Terrassen.

Aus unergründlichen Löchern blubbert kochend heißes Wasser

und bunte Algen und mineralische Ablagerungen schaffen Google Earth in Miniatur. Und es stinkt noch nicht einmal nach Schwefel.

Auf dem weiteren Weg nach Napier gibt es noch einen kurzen Stop an den Hukafalls

und am Lake Taupo,

bevor es gen Napier geht, wo wir die nächsten Tage mit der Familie verbringen werden.

Familientreffen auf halben Weg auf dünner Erdkruste

Nach zwei Tagen Jetlag bekämpfen in Auckland geht es weiter ins Landesinnere der Nordinsel. Mit dem Überlandbus durchs Hobbitland mit den  so typischen neuseeländischen Farben

Und ja – Regen gab es auch

Rotorua liegt im vulkanischen Gebiet und hier ist die Erdkruste dünn und durchlässig – was bedeutet, dass es überall blubbert, dampft und zischt, olfaktorische Geruchssensationen inbegriffen. Aber weil das ja nicht aufregend genug ist für den/die Touristen, gibt es auch hier inzwischen jede Menge Trubel, Action, Nervenkitzel, alles awesome und exciting natürlich…

Wir haben die Option: Baumwipfelpfad gewählt: im Busch, der wirklich wild daher kommt

War dann doch mehr ein wilder Ritt durch die Luft mit viel Spaß und Adrenalin:

Ja, es hat mega Spaß gemacht, aber viel vom Urwald haben wir nicht gesehen vor lauter Ziplines und der effizienten Abfertigung der professionellen Guides.

Und wann hat man als Familie schon mal so viel Spaß miteinander.

Wiederholungstäter

Wir sind tatsächlich wieder unterwegs auf die andere Seite – New Zealand again – ein wenig wie nach Hause kommen

Diesmal mit (langem) Zwischenstopp in Guangzhou (auf deutsch: Kanton).

Bei der Vorbestellung des vegetarischen Essens, der Sitzplatzreservierung und dem Komfort im Transitbereich hat es ein wenig geknirscht und den Jahreswechsel haben wir irgendwie überflogen. Aber das ist letztlich Jammern auf hohem Niveau. Wir sind sicher und pünktlich nach 36 Stunden Reisezeit in Auckland gelandet und konnten bereits um acht Uhr morgens unser kleines Appartement beziehen.

Eine kleine Erkundungsrunde auf den Mount Eden, der direkt hinter unserem Haus liegt, war auch schon drin, inklusive einer ausgiebigen Regendusche.

Seit dem frühen Nachmittag liegen meine zwei Begleiter schnarchend in ihren Betten (nur mal kurz die Beine hochlegen 😂) während ich versuche, noch ein wenig wach zu bleiben um den Jetlag auszutricksen. Mal sehen welche Strategie erfolgreicher sein wird.

Wir sehen uns die Tage, erstmal einen guten Start ins neue Jahr für Euch Alle!