Chinesische Großprojekte machen auch vor Laos nicht Halt. Teile der geplanten Zugstrecke von China nach Bangkok sind bereits fertiggestellt. Wir wollen uns den ‚Luxus‘ gönnen, die Strecke nach Luang Prabang in zwei Stunden -statt 6-8 Stunden im Bus – zurückzulegen.
Kurz gesagt: die Investition hat sich nicht gelohnt. Bahnhöfe weit außerhalb der Stadtzentren,

völlig unnötige Sicherheitskontrollen (mein schönes Opinel-Messer ist mal eben entsorgt worden), Gedränge und Chaos wie beim besten Billigflieger,


ungeplante Stopps auf der Strecke und viele, viele Tunnels, in denen man umständehalber wenig Aussicht hatte.
Ok, ein paar Ausblicke gab es schon



Vor dem Bahnhof dann nochmals Chaos, weil sich alle nach einem unverständlichen System in die Minivans einsortiert und wir entweder vor vollen Vans oder noch geschlossenen Türen stehen. Irgendwie klappt es aber dann doch.
Luang Prabang also, die alte Königstadt, Weltkulturerbe seit 1995 aufgrund der einzigartigen Ansammlung von französischer Kolonialarchitektur,

laotischen Stelzenhäusern und vor allem unzähligen prachtvollen Wats und Tempeln (Klöster), die großenteils noch von orange gekleideten Mönchen und Novizen bewohnt sind.




Das ganze malerisch gelegen am Zusammenfluss vom Nam Khan und Mekong.



Touristisch, quirlig, lebendig, mit den damit verbundenen Annehmlichkeiten, aber auch den Nachteilen. Der morgendliche Almosengang der Mönche etwa ist inzwischen, trotz aller Bemühungen, zu einem distanzlosen Touri-Spektakel verkommen (wir haben dankend darauf verzichtet) und die Massen an Besuchern in den Klöstern werden von den Mönchen auch zunehmend als störend empfunden. Einheimische können sich das Leben in der alten Stadt nicht mehr leisten, da mehr und mehr Gebäude zu Boutique-Hotels, Restaurants und Cafés und Andenkenläden umgewandelt werden. Das übliche Dilemma also.



Trotzdem ist es für uns ein schöner Ort mit einer guten Mischung aus kleineren Aktivitäten und entspannten Herumtrödeln.

